Freitag, 24. Februar 2012

Geistliches Wort März 2012

Wegkreuze – Kreuzwege

Wenn an den Rändern der Landstraßen Kreuze stehen, hat das meist einen traurigen Hintergrund. Angehörige von Unfallopfern markieren damit die Stelle, wo ein ihnen lieber Mensch ums Leben gekommen ist. So setzen sie ein Zeichen gegen das Vergessen und erinnern Vorüberfahrende an die Verantwortung, die sie für ihr Leben und das anderer Menschen haben.
In katholischen Gegenden finden sich mehr und andere Kreuze: Sie sind größer und meist aus Stein. Sie zeigen den gekreuzigten Christus, der vor fast zweitausend Jahren vor den Toren der Stadt Jerusalem hingerichtet wurde. „Jesus von Nazareth, König der Juden“ stand auf dem Schild, das oben am Kreuz und damit gut sichtbar angebracht war.
Was hat so ein Kreuz denn aber heute in unserer Landschaft zu suchen? Gehört es nicht in die Kirchen? Ein gefolterter und unter unvorstellbaren Qualen hingerichteter Mensch gehört doch nicht so öffentlich zur Schau gestellt!
Nein? Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes – so das Zeugnis des römischen Hauptmannes, der das Hinrichtungskommando befehligte! – ist für die Sünden der Welt gestorben. Sein Tod gehört damit nicht in den geschlossenen Raum der Kirche, sondern dorthin, wo alle Menschen dieses Geschehen wahrnehmen können.
Wenn in diesen Wochen also an den Weg Jesu ans Kreuz gedacht wird – sei das in Andachten oder auch in öffentlichen Prozessionen durch Städte und Dörfer –, dann ist das nicht der Versuch einer religiösen Minderheit, sich in einer Show zu profilieren. Sondern dann ist das Verkündigung dessen, was Gott durch Jesus Christus zum Heil der Welt getan hat: Er hat seinen Sohn sterben lassen, damit wir Leben haben – ewiges Leben, das keinen Tod mehr kennt!
Mit dem Kreuzweg Jesu lädt Gott uns ein, sich auf seinen Weg zum Leben einzulassen.
Dass wir beim Anblick eines Kreuzes in Gedanken nicht beim Tod bleiben, sondern an das Leben erinnert werden, das Gott uns in Jesus Christus schenkt, das wünscht Ihnen / Euch

Ihr / Euer Pastor Rainer Kempe

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